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Wir freuen uns, Euch zum nächsten Monthly Meeting am 22.02.26 um 16.00 Uhr einzuladen.
Zeit: Sonntag 22.02.26 um 16.00 Uhr. Bitte pünktlich kommen.
Ort: Iyengar Yoga Institut Frankfurt.
Thema: Singen als spirituelle Praxis.
Referentin: Kinka Gerke.
Eintritt frei für die Schüler unseres Instituts. Spenden willkommen. Bitte bringt einen kulinarischen Beitrag für unser anschließendes Buffet mit.
Kinka Gerke praktiziert seit Mitte der neunziger Jahre Yoga. Sie hat immer gerne gesungen. Zunächst mit ihrer Mutter, am Lagerfeuer, später in diversen Chören. Seit vier Jahren beschäftigt sie sich mit dem Zusammenhang von Wohlbefinden und Klang und hat eine besondere Liebe zum Yoga der Stimme und Singen als Weg zu sich selbst entdeckt.
Und hier beschreibt Kinka um was es bei Ihrem Vortrag gehen wird und lädt uns ein mit ihr zu singen.
Singen als spirituelle Praxis
Zu Beginn jeder Yoga-Stunde singen wir OM (AUM) und die Patanjali-Anrufung (invocation), ein Sanskrit-Mantra. Wir ehren damit den Weisen Patanjali, der die Yoga-Sutras verfasste und um die Praxis mit Demut und Hingabe zu beginnen. Wir stimmen uns aber auch ein. Bringen uns in Einklang mit uns selbst und den anderen Yoga Übenden. Stellen Harmonie her. Nicht nur in der Yoga-Tradition, sondern in vielen anderen spirituellen Richtungen ist Gott Vibration oder Klang. Aus diesem Klang, der Schwingung, dem Unmanifesten manifestiert sich all das was wir als Schöpfung wahrnehmen. Nada Brahma – die Welt ist Klang – heißt es in den Veden der Hindus. Nada ist Sanskrit und bedeutet „Klang." Brahma ist einer der Hauptgötter des Hinduismus (neben Shiva und Vishnu), der/die Alles-Erschaffende, Kosmos, Prinzip, alles, das Absolute, Grundstoff und Wirkungskraft. Biblisch ist es ausgedrückt im Johannes-Evangelium: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott." Durch das Wort (den Klang, die Schwingung) kam das gesamte Leben und Licht in die Welt. Der Talmud fordert die Menschen auf zu hören. Durch unseren Atem sind wir mit der Schöpfung und dem Schöpfer verbunden. Der Name Gottes im Judaismus kann nicht gesprochen werden. Er wird geatmet (JAH-WE). Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Mystiker, Virtuose indischer Musik, Gelehrter und Begründer der internationalen Sufi-Bewegung (er brachte den Sufismus in den Westen), schreibt, dass die Menschheit nicht nur aus Schwingungen besteht, sondern in ihnen lebt und sich bewegt. Wie Wasser einen Fisch umgibt. Und wir enthalten sie in uns wie ein Tank Wasser enthält.
Der grundlegende Glaube, dass Klang, der aus der ultimativen Realität (Brahman) stammt, die Quelle des Universums ist macht Musik zu einem spirituellen Werkzeug. Und das wichtigste Instrument für die Hindus ist die menschliche Stimme. Raga singen – ebenso wie das Singen von Mantras ist eine spirituelle Praxis, die den/die Singenden mit sich selbst und anderen in Resonanz und Harmonie bringt. Sprichwörtlich in Einklang. Dabei ist wie Hazrat Inayat Khan schreibt, jede Stimme so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Und jeder Mensch mit seiner einmaligen Stimme „ein Instrument in dem Orchester, das das ganze Universum ist." An ihr können wir unsere Stimmung ablesen, wie an einem Thermometer die Temperatur. Selbst unseren Bewusstseinszustand spiegelt sie wider, so Khan. Die Entdeckung der eigenen Stimme steht im Mittelpunkt der Raga-Tradition. Silvia Nakkach, eine Spezialistin in kulturübergreifender Musiktherapie, spricht vom „Yoga der Stimme." Durch die Entdeckung unserer Stimme verbinden wir uns mit uns und dem Universum. Werden wir eins. Der persische Dichter Hafiz beschreibt die menschliche Stimme poetisch als Lied und schreibt in einem seiner Gedichte: „Ich bin ein Loch in einer Flöte durch welches Christi Atem weht. Lauscht auf diese Musik."
Ihr erfahrt in diesem Monthly Meeting etwas mehr über das „Yoga der Stimme". Wir singen gemeinsam verschiedene Mantras und lauschen der unterschiedlichen Stille, die danach entsteht. Fühlen den Klang. Ihr braucht keinerlei musikalische Vorerfahrung, müsst nicht Singen können, nur Euch (das Instrument) und kreative Experimentierfreude mitbringen.
Wir sind gespannt auf einen inspirierenden Vortrag !